Die Angriffe auf MigrantInnen in Hoyerswerda galten als Startschuss für eine Welle der rassistischen Gewalt. Ihnen folgte das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen und die tödlichen Brandanschläge von Mölln und Solingen. Die Politik reagierte darauf mit der Verschärfung der Asylgesetzgebung und stellte Projektgelder zur Verfügung: Durch "akzeptierende Sozialarbeit" sollten rechte Jugendliche vor einer weiteren Radikalisierung bewahrt werden. Einige Betroffene versuchten indes sich selbst zu organisieren.

Filme

"Die Wahrheit lügt (liegt) in Rostock", orig: "The Truth lies in Rostock" - D, GB/1993/78 min

Die Reportage "The Truth lies in Rostock" beleuchtet umfassend die Ereignisse rund um das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen aus vielen Perspektiven. (Quelle: YouTube)

Reportage: Akzeptierende Sozialarbeit mit Neonazis

Mit dem Ansatz der "akzeptierende Sozialarbeit" sollten in den 1990er Jahre rechte Jugendliche vor einer weiteren Radikalisierung bewahrt werden. Dafür wurden u.a. Neonazis aus Hoyerswerda in die Türkei eingeladen. (Quelle: YouTube)

Hintergrund

Rostock-Lichtenhagen im Kontext der Debatte um die Einschränkung des Grundrechts auf Asyl

Wenige Wochen nachdem im August 1992 Neonazis und rassistische AnwohnerInnen durch gewaltätige Angriffe die Räumung der Zentralen Aufnahmestelle für Asylsuchende in Rostock-Lichtenhagen erzwangen, wurde das Grundrecht auf Asyl durch den Bundestag beschnitten. Der Politikwissenschaftler Thomas Prenzel untersucht in seinem Gastbeitrag die Verschränkung zwischen der damaligen Asyldebatte und der Eskalation der fremdenfeindlichen Gewalt. Eine ungekürzte Fassung des Textes findet sich in der Broschüre "20 Jahre Rostock-Lichtenhagen – Kontext, Dimensionen und Folgen der rassistischen Gewalt", die am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock erschien.

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Hintergrund

Hörspiel von Dan Thy Nguyen: Sonnenblumenhaus

1992 belagerten hunderte Neonazis und tausende AnwohnerInnen tagelang eine Erstaufnahmestelle für Asylsuchende und einen angrenzenden Wohnblock ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter_innen in Rostock-Lichtenhagen. Über Tage heizte sich die Stimmung auf, ohne dass die Polizei nennenswert intervenierte. Schließlich flogen Brandsätze und die Gebäude wurden gestürmt. Das Hörspiel dokumentiert das größte und fast vergessene rassistische Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte und verarbeitet die Sicht der Überlebenden.

Hörspiel von Dan Thy Nguyen und Iraklis Panagiotopoulos mit Claudiu M. Draghici, Jan Katzenberger, Djamila Manly-Spain.

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Hintergrund

Fünf Monate "Antirassistisches Zentrum" - Die Besetzung der TU Berlin 1991/92

In Reaktion auf das Pogrom von Hoyerswerda besetzten am 24. Oktober 1991 rund 50 AktivistInnen aus der autonomen antirassistischen und antifaschistischen Szene den dritten Stock des Mathegebäudes der Technischen Universität (TU) und gründeten dort ein Antirassistisches Zentrum. Damit sollte ein konkreter Schutzraum für alle Asylsuchenden geschaffen werden, die aus Angst vor rassistischen Angriffen aus den neuen Bundesländern nach Berlin und in die alten Bundesländer flohen. Durch politischen Druck sollte das System der Zwangsverteilungen und Residenzpflicht, mit dem Flüchtlinge von West- nach Ostdeutschland verteilt wurden, gestoppt werden. Die Journalistin Heike Kleffner zeichnet in ihrem Gastbeitrag die Entstehungsgeschichte des Zentrums nach und schildert den schwierigen politischen Kampf der Beteiligten. Eine ungekürzte Version des Textes erschien u.A. in der Broschüre "Berliner Zustände – Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Jahr 2013".

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Hintergrund

Ein Club für rechte Jugendliche - Hoyerswerda als Beispiel der Fallstricke "akzeptierender Sozialarbeit" in den frühen 1990iger Jahren

Nach den Erfahrungen vom Herbst 1991 drängte die damalige Bundesjugendministerin Angela Merkel auf die rasche Umsetzung eines "Aktionsprogramms gegen Agression und Gewalt". Eine gezielte Förderung von Einzelprojekten in Brennpunktregionen sollte zur Deradikalisierung rechtsaffiner Jugendlicher beitragen. Die darin formulierten Ansätze einer "akzeptierenden Sozialarbeit" fanden auch in Hoyerswerda Anwendung. So wurde rechten Cliquen unter der Aufsicht von Betreuern einen eigener Club überlassen. Die Hoffnung, damit die Situation in der Stadt zu beruhigen, erfüllte sich jedoch nicht.

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